Man sagt, große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Und so freue ich mich sehr, euch bereits heute, ausführlich, über das 8. Studio-Album von Dawn Of Destiny berichten zu können. „Of Silence“ wird am 24.06.2022 unters Volk gebracht und ich kann euch verraten, es wartet ein absoluter Geniestreich auf die geneigte Zuhörerschaft. Freunde von anspruchsvollem Symphonic-/Melodic-/Power-Metal sollten sich den Termin unbedingt vormerken! 10/10

Die Band um Mastermind, Multiinstrumentalist und Star-Komponist Jens Faber, ist mittlerweile schon mehr als 15 Jahre aktiv und hat so manches Album-Highlight veröffentlicht und auch mich, ein ums andere Mal, schwer beeindruckt. Nach erfolgreichen und ebenso hochklassigen Scheiben mit seinen Nebenprojekten Malefistum und Legions Of The Night, hat der kreative Kopf von Dawn Of Destiny, seinen Fokus wieder voll und ganz auf sein hauptsächliches Betätigungsfeld gerichtet und mit „Of Silence“, den 8. Volltreffer, der Vita von Dawn Of Destiny hinzugefügt. Die Gruppe aus dem Ruhrpott war schon immer bekannt für ein hohes Maß an Facetten-Reichtum und die Fähigkeit, der eigenen Schaffenskunst freien Lauf zu lassen. So ist es wenig verwunderlich, dass auch auf dem neuen Werk „Of Silence“, neben einigen typischen Jens Faber – Passagen, wieder etliche neue Einflüsse, eine ganze Menge toller Ideen und eine Vielzahl kompositorischer Feinheiten, zu entdecken sind. Diese wurden von den Musikern von Dawn Of Destiny, gemeinschaftlich, in absoluter Bestform, umgesetzt. Was die Band auch auszeichnet, ist eine hohe, personelle Beständigkeit. Das bedeutet, dass auch auf dem neuen Meisterwerk, die wundervolle und so vielseitige Jeanette Scherff das Mikro fest in ihrer Hand hält. Neben dem überragenden Songwriting, glänzt Jens Faber auch mit tollem Bass-Spiel und vielen großartigen Einsätzen am Piano. Dazu ist er auch wieder deutlich verstärkt, als Gesangs-/Duett-Partner für Jeanette aktiv, ein weiterer Plus-Punkt von „Of Silence“. Denn die beiden Stimmen ergänzen sich einfach großartig. An den Power-Drums vergnügt sich weiterhin Philipp Bock, die Keys und Synths liegen, wie gewohnt, in der Verantwortung von Dirk Raczkiewicz. Einzig an der Gitarre hat sich seit dem 2019er Release „The Beast Inside“ etwas getan. Der tolle Saiten-Virtuose Veith Offenbächer ist nach ein paar Jahren Pause zu Dawn Of Destiny zurückgekehrt und ist nun wieder, wie in den ersten Band-Jahren, für starke Riffs und grandiose Soli zuständig. Der Beweis für seine außergewöhnlichen Fähigkeiten ist auf „Of Silence“ und den Frühwerken, gerne nach zu hören. Willkommen zurück, lieber Veith! Wie es bei Dawn Of Destiny große Tradition ist, gibt es auch auf Album Nr. 8 tolle Gäste. Hatte man auf vorangegangenen Alben, mit Größen wie beispielsweise Bernhard Weiss (Axxis), Jon Oliva und Zak Stevens (beide Savatage) oder auch Björn Strid (Soilwork, At The Movies) zusammen gearbeitet, so hat nun, auf „Of Silence“, niemand Geringeres als Chris Harms (Lord Of The Lost) seinen großen Auftritt („Childhood“). Auch wenn ich Dawn Of Destiny gar nicht mal, als reine Symphonic Metal Band sehe, wie es viele gerne schreiben, haben aber dennoch, schon immer, die klassischen Instrumente und entsprechende Orchester-Arrangements, einen wichtigen Platz, im Klanggerüst der Ruhrpott-Metaler gehabt. So ist es dann auch eine tolle Sache, dass zumindest Violine und Cello mit „echten“ Instrumenten eingespielt wurden. Dafür hat man sich die beiden wundervollen Künstler Laura Wessel (Violine) und Gerd Fischer (Cello) ins Boot geholt, die hier einen ganz tollen Job gemacht haben. Die Musik ist, nach meinem Dafürhalten, nochmal ein wenig facettenreicher geworden. Die für Jens Faber – Kompositionen so typischen, oft unerwarteten Tempo- und Rhythmus-Wechsel, kommen sehr vielseitig zum Tragen und sorgen für tolle Songstrukturen, gepaart mit starker Dramaturgie und großer Ausdrucksstärke. Das vermittelt den Liedern einzigartige Wiedererkennungswerte und in Kombination mit den, wie gewohnt, sehr tiefgründigen, emotionalen und bewegenden Lyrics, entsteht ein Gesamtkunstwerk, vor dem man nur den Hut ziehen kann. Die volle Brillanz der einzelnen Stücke wird tatsächlich erst nach mehrmaligem Genuss deutlich. „Of Silence“ ist ganz sicher kein Album, das man mal so eben nebenbei anhören kann. Es braucht die ganze, ungeteilte Aufmerksamkeit, um dieses große Werk vollends zu erleben und zu erfassen. Für den Feinschliff hat übrigens wieder Dennis Köhne gesorgt, der bei diesem 64 minütigen Klangerlebnis Mix und Master gemacht hat. Mit „Of Silence“ haben Dawn Of Destiny einen neuen, staken Partner an ihrer Seite. Man steht seit kurzem bei dem tollen, stetig aufstrebenden Label El Puerto Records unter Vertrag. Eine sehr feine Sache, wie ich finde. Ein weiteres Highlight will ich nicht unterschlagen, nämlich das sensationelle Cover-Artwork. Entworfen von der tollen, ukrainischen Künstlerin Yulia Zhuchkova. Sie hat die Stimmung des Albums perfekt eingefangen, wie ich finde und bringt viele Facetten, die diese Scheibe ausmachen, mit ihrem Kunstwerk, ganz wunderbar zum Ausdruck.

Genau diese Stimmung, findet sich auch sofort bei dem, sehr außergewöhnlichen Opener „We Are Your Voice“ wieder. Sehr schwerer, düsterer, unheilvoller Beginn, mit starker Arbeit von Dirk Raczkiewicz an Keys und Synths, dazu gibt es tiefe Klänge der Streichinstrumente. Jeanette Scherff setzt mit dunkler Stimme ein und nach und nach nimmt der Song Fahrt auf, liefert unglaublich viele Facetten und sorgt so für einen tollen Songaufbau, der eigentlich in kein normal übliches Schema passt. Jens Faber mit ein paar „spoken words“ und einigen Gesangs-Parts, dazu gibt es eine kraftvolle Power-Bridge, einen getragenen, sehr intensiven Refrain. Was für ein Auftakt! „Judas In Me“ war die erste Single, nebst Video. Ein wahres Riff-Monster, im Power-Metal-Gewand. Eine großartige Spielwiese für Saiten-Hexer Veith Offenbächer und auch Philipp Bock, kann sich hier wunderbar hinter seiner Schießbude austoben. Jeanette Scherff zeigt hierbei ein wenig ihre rockige Stimme und liefert sich ein feines Duett mit Jens Faber. Sehr variabel umgesetzt, mal zweistimmig mal solo, mal abwechselnd. Genau so muss das klingen, wenn man mit zwei Vocalisten arbeitet. Viel Würze liefern die Temposteigerungen aber auch das starke Solo von Veith Offenbächer sorgt für großen Hörgenuss. Wie schon eingangs erwähnt, hat bei „Childhood“, der großartige Chris Harms seinen Aufritt. Der Song wurde auf ihn, seine Stimme aber auch seine musikalische Herkunft perfekt zugeschnitten und es sind nicht nur Chris‘ unverkennbare Vocals, die hier einen Hauch von Lord Of The Lost aufkommen lassen. Auch musikalisch geht das deutlich in diese Richtung. Vor allem der mehrstimmig gesungene, sehr erhabene Refrain, macht aus dieser Nummer einen echten Top-Hit, der dann hoffentlich auch noch irgendwann mal, als Single/Video veröffentlicht wird. Vor wenigen Tagen wurde aber erst mal „Say My Name“, als 2. Single vorgestellt. Auch hier kommt die volle instrumentale Power zur Geltung, wenn gleich der Einstieg klassisch gehalten ist, mit feinem Streicher-Part und Jens Faber am Piano. Eine tolle Einleitung zu einem echten Kraftpaket. Sehr wuchtig und dennoch flott, mit einem Highspeed-Chorus, wie er mitreißender kaum sein könnte. Veith Offenbächer begeistert einmal mehr, mit ein paar überragenden Riffs und einem sehr feinen Solo. „White Mystery“ ist auch ein recht außergewöhnlicher Song, mit vielen interessanten Feinheiten. Opulenter, Schlagzeug-dominierter Einstieg, gefolgt von einer kleinen Überleitung, mit einem Rhythmus, der fast ein wenig an Marschmusik erinnert. Jens Faber mit erhabenen, ausdrucksstarken Vocals, die dem Stück eine ziemliche Dramatik verleihen. Kraftvoller Übergang und gewaltige instrumentale Power folgen, Jeanette Scherff übernimmt stimmlich das Ruder und zeigt eine mega Leistung, bei diesem sehr anspruchsvollen und variantenreichen Stück, bei dem es sogar ein paar Growls von Jens Faber zu hören gibt. Übrigens der einzige Song auf „Of Silence“, bei dem dieses Stilmittel zum Einsatz kommt. „Not The Way It Is“ kommt sehr gitarrenorientiert rüber mit starkem Hang zu traditionellem Heavy Metal der 80er Jahre. Die schweren Vocallines schweben über der instrumentalen Wand, Jeanette behauptet sich aber freilich mühelos und führt gekonnt durch das Lied. Der Refrain wirkt fast schon majestätisch und sorgt für ein tolles Charsima, die Backings haben daran einen großen Anteil. Ein kurzes orchestrales Intermezzo baut nochmal schön Spannung auf und nach einem weiteren, gigantischen Solo der Marke Veit Offenbächer, fegt der Endspurt wie ein Orkan übers Land. Zweifelsfrei, einer meiner absoluten Top-Favoriten. „Little Flower“ fährt, man könnte es sich anhand des Titels fast denken, das Tempo deutlich runter. Traditionell sind Dawn Of Destiny auch bei Balladen extrem stark und so ist es auch hier gelungen, eine wundervolle Gänsehaut-Nummer zu komponieren, die neben all den Emotionen, trotzdem einen opulenten, fast schon hymnischen Refrain mitliefert. Hier kommt die vielseitige Stimme von Jeanette Scherff ganz besonders gut zum Tragen. Mit warmer, weicher, teils fast schon souliger Stimme, sorgt sie für einen ganz außergewöhnlichen Moment auf diesem herausragenden Album. Der, wie ich finde, auch ein bisschen, wie der hoffnungsvolle, optimistische Teil wirkt. Ist doch der Rest der Scheibe, von der Grundstimmung her, ziemlich dunkel gefärbt, was in der heutigen Zeit, leider sehr häufig die Realität ist. Beim ersten Durchlauf bin ich sofort bei „Burning Heart“ hängen geblieben. Eine relativ kurze, schnörkellose und gradlinige Nummer, mit einem super Refrain. Vor allem beim Vers-Teil und auch begründet mit Jens Faber’s dunkler Stimme, werden hier Gedanken an die Ramones oder auch an The 69 Eyes hervorgerufen. Das Stück treibt gut voran, Jeanette steigt beim Chorus mit ein und sorgt für viel Volumen. Beim finale furioso wird das Lied dann noch zum richten Headbanger. „Silence“ wird mit Veith‘s wundervollem Gitarren-Spiel eingeleitet. Eine großartige Melodie, gefolgt von sanften Vocals mit Piano-Begleitung. Wie schon gewohnt, ist aber die Ruhe nicht von langer Dauer. Ein knackiger Übergang reißt den Zuhörer vom Sitz und der bombastische Refrain, unterstützt von kraftvollen Backing-Chören, macht aus dem Titel-Stück, eine stimmungsgeladene, epische Mega-Hymne, die zwischendurch, sogar mit einem mehrstimmigen a cappella – Part aufwarten kann. Wenn das keine Pflicht-Nummer fürs Live-Programm ist, dann weiß ich es auch nicht. Etwas zügiger, mit DoD-typischen Klangfolgen, begeistert „Run“. Insgesamt mit einem leicht progressiven Einschlag und einem dominanten Vocal-Part von Jens Faber, der auch eine tolle Piano-Passage im Mittelteil auf Lager hat. Jeanette Scherff gesellt sich im Laufe des Stückes dann im Hintergrund, mit dazu und es entstehen wieder ein paar magische Augenblicke. Pure Dramatik steht am Anfang von „The Curse“. Die Streicher-Formation um die Gastmusiker Laura Wessel und Gerd Fischer, legt hier ein überragendes, Filmmusik taugliches Intro hin, was die Spannung kaum besser aufbauen könnte. In Erwartung, dass gleich der „weiße Hai“ oder ein ähnliches Monster auftaucht, haut dann stattdessen, Philipp Bock in seine Fälle, als würde es kein Morgen geben. Dazu gesellt sich Veith Offenbächer mit kraftvollem Riffing. Jeanette übernimmt wieder die Führungsrolle beim Gesang. Viele Tempo-Verschärfungen und –Variationen liefern Abwechslung und ein weiteres Mal mehr, sorgt ein opulenter, mehrstimmiger Chorus, für den zentralen Wiedererkennungswert. Ausdrucksstark, energisch, eindringlich, so könnte man „Inner Voice“ mit wenigen Worten zusammenfassen. Instrumental sehr wuchtig und rhythmisch, die Ausstrahlung sehr schwer, sehr düster. Jeanette Scherff offenbart hier alle Facetten ihres unfassbar großen, stimmlichen Vermögens, Jens steigt beim Refrain mit ein, der intensiver und epischer, kaum sein könnte. Auch mit einer dominanten Bass-Sequenz, weiß der hochtalentierte Allround-Künstler zu überzeugen. Das abschließende „This Is Our Legacy“, klingt in der momentanen Zeit, fast schon wie das warnende und mahnende, hoffentlich nicht prophetische Beispiel. Das Piano-Spiel von Jens Faber übernimmt bei dem finalen Track, eine tragende Rolle, sowohl beim starken Intro, als auch bei ruhigeren Phasen, als Begleitung. Ein donnernder Übergang nach dem düsteren Beginn, stellt erneut Drummer Philipp Bock ins Rampenlicht, der hier auch den letzten vom Sofa holt. Die finstere, leider aber gut nachvollziehbare Stimmung des Songs, wird mittels knackigem Riffing und schwerem, emotional eindringlichen und erhabenen Gesang, gut untermauert. Auch die DoD typischen Tempo-Wechsel sorgen dafür, dass die Intention des Songs perfekt umgesetzt wird. Ein donnerndes Double-Bass-Finale und ein kraftvolles Piano-Outro, führen das Lied und das Album, zu einem ausgesprochen intensiven Ende. WOW!!

Ich finde es absolut faszinierend wie es Dawn Of Destiny schaffen, sich von Album zu Album selbst zu übertreffen und auch immer mal wieder, ein wenig neu zu erfinden. Über einen so langen Zeitraum, immer wieder, auf dem aller höchsten Niveau Songs zu komponieren, die spannungsgeladen, abwechslungsreich, musikalisch hoch anspruchsvoll sind und gleichzeitig, über so eingängige Refrains und ein extrem hohes Hit-Potenzial verfügen, ist eine absolute Seltenheit und verlangt eine ganze Menge Lob! Herzlichen Glückwunsch an Dawn Of Destiny zu diesem wunderbaren Album. Viel Erfolg mit „Of Silence“. Release Day 24.06.2022!!

Band

Jeanette Scherff (Gesang)
Jens Faber (Gesang, Bass, Piano)
Vaith Offenbächer (Gitarre)
Philipp Bock (Schlagzeug)
Dirk Raczkiewicz (Keyboard, Synths)

Titel

  1. We Are Your Voice
  2. Judas In Me
  3. Childhood (feat. Chris Harms)
  4. Say My Name
  5. White Mystery
  6. Not The Way It Is
  7. Little Flower
  8. Burning Heart
  9. Silence
  10. Run
  11. The Curse
  12. Inner Voice
  13. This Is Our Legacy
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