Memoremains sind ein weiterer Beweis dafür, dass der Nachwuchs finnischer Supertalente, offenbar und Gott sei Dank, niemals nachlässt. „The Cost Of Greatness“ ist ein Debüt-Album, das bei Freunden des melodischen Heavy Metal, einschlagen wird wie eine Bombe.

Memoremains haben ihren gemeinsamen Weg 2016 begonnen. Seit dem haben die hochbegabten Finnen, in regelmäßigen Abständen einzelne Songs, als Singles veröffentlicht (inzwischen übrigens auch als Kollektion erhältlich). Nun endlich, konnten sie ihr lang ersehntes Debüt „The Cost Of Greatness“ veröffentlichen. Die fünf Suomis haben dabei auf einen kraftvollen Mix aus Metal, Rock und Pop-Elementen gesetzt und das Ganze in zehn hochklassige Songs verpackt. Um es musikalisch ein wenig einzuordnen, kann man durchaus ein paar Querverweise zu Bands wie Amaranthe (ohne männlichen Gesang) und v.a. Metalite finden aber auch eine paar Elemente modernen Hardrocks, sind hier und da mal auszumachen. Diese werden im Besonderen, auch durch die sehr wandlungsfähige Stimme von Frontlady Johanna Ahonen mit eingebracht. Das Songwriting ist bei Memoremains ganz eindeutig Teamarbeit, wobei aber Johanna Ahonen, Keyboarder Mikko Kujanpää und Gitarren-Hexer Aleksi Mäkelä, den Löwenanteil der Kompositionen zu verantworten haben. Komplettiert wird das Quintett durch Aapo Timonen und Eemeli Timonen an Bass und Schlagzeug. Das sehr ansprechende Cover-Artwork hat übrigens Petri Lampela beigesteuert. Wie zu lesen war, haben Memoremains in ihrer Heimat bereits einen guten Bekanntheitsgrad und sind dort durch außergewöhnliche und energiegeladene Live-Auftritte, auffällig geworden und das bis dato „nur“ mit Singles (Kollektion 2016-2019). Diese haben es allerdings auch in sich, ganze klare Empfehlung meinerseits. Wer weiß, wo für Johanna Ahonen und ihre Jungs die Reise noch hingeht, wenn nun das Debüt-Album „The Cost Of Greatness“ erst mal richtig eingeschlagen hat und man damit irgendwann mal auf Tour gehen kann. Ja, irgendwann wird es sicher wieder möglich sein, auch wenn das momentan noch in den Sternen steht. Bis es soweit ist, genießen wir dieses fantastische Album, das von der ersten bis zur letzten Minute Spaß macht und sowohl die Nackenmuskulatur, wie auch das Tanzbein, permanent beansprucht.

„Drown Memories“ ist der Opener. Ein ruhiger, melancholischer Start, dezent instrumentiert, getragen von Johanna’s feiner Stimme. Mit „Eternal Flame“ geht es dann so richtig los. Ein wilder und flotter Song, der viele Keyboard- und Synthi-Parts in den Vordergrund stellt. „Bring It On“ kommt mit wuchtigem Rhythmus daher. Die skandinavische Vocalistin zeigt hier stimmlich, zum Teil, ein anderes Gesicht. Sie kommt schön rau und rockig daher, erinnert mich dabei sehr an die US-Sängerin Diamante oder ihre finnische Landsfrau Jessica Wolff. „Bring It On“ ist ein richtiger Powersong, der sicher auch live das Volk zum Ausrasten bringt. Top!! „Riot In The Crowd“ ist wieder deutlich rasanter, mit treibendem Schlagzeug. Im Mittelteil ein poppiger Zwischenpart zum Auflockern, ehe man zum Finale hin, wieder ordentlich Headbangen kann. Es folgt „Where Is The Gold“. Nun, das fragen wir uns sicher alle des Öfteren mal aber Memoremains ist dazu auch noch ein sehr schönes, musikalisches Konzept eingefallen. Der Song ist ein wenig ruhiger, lässt Johanna Ahonen viel Spielraum für ihre tolle Stimme und liefert einen großartigen Refrain. Eine Midtempo-Hymne aus der obersten Liga, definitiv mit Ohrwurm-Faktor 10. Wo wir schon gerade bei großen Hits sind, bleiben wir auch gleich dabei. Mit „Lift Me Up“ präsentiere ich euch meinen Top-Favoriten auf dem Memoremains-Debüt. Knackiger Rhythmus, Mikko Kujanpää mit starken Keyboards, Aleksi Mäkelä mit feiner Gitarrenarbeit und Johanna? Na klar, sie führt mit fantastischer Stimme, hammermäßiger Melodieführung und überragendem Refrain, durch dieses Meisterwerk. Mit dem Lied bringst du garantiert jede Rock-Party und jede Konzerthalle zum Kochen. Ein Wahnsinn, vielleicht der geilste Track des ganzen Jahres! Das Stück kriegst du nicht mehr aus dem Ohr, versprochen! Nachdem ich mich nun grad ein wenig in Rage geschrieben habe, passt der folgen Song vom Titel her perfekt. „Pounding Heart“ ist allerdings inhaltlich eher düster, jedoch auch hier wieder mit einem mitreißenden Refrain und treibenden Keyboards. Wieder ein sehr starkes Lied, perfekt auch für die Bühne. „Mindreader“ ist die Ballade des Albums. Sie kommt gerade zur rechten Zeit, um eine wenig den Puls runter zu fahren. Das Stück ist in poppigem Gewand komponiert, mit trauriger Stimmung arrangiert und nur sparsam instrumentiert. Dennoch wird der Zuhörer gut mitgenommen. Mikko’s starkes Keyboard-Spiel und die Vocals der hübschen Johanna Ahonen, komplettieren den emotionalen Höhepunkt des Albums in Perfektion. „Theme Park“ ist Teil 1 des großen, sehr bombastischen Finales von „The Cost Of Greatness“. Hier wird ein Freizeitpark-Besuch herangezogen, um das Leben zu beschreiben aber nicht unbedingt, auf eine freudige Art. Eher nach dem Motto, was viele toll finden, kann für andere auch die Hölle sein, aus der man nicht entfliehen kann. Das Stück ist sehr opulent komponiert und begeistert durch viele Tempo-Variationen aber auch gleichermaßen stark umgesetzte Stimmungsschwankungen. Musikalisch ist „Theme Park“ sogar leicht sinfonisch angehaucht, neben der kraftvollen Rhythm-Section, um Aapo und Eemeli Timonen, steht hier auch Aleksi Mäkelä mit toller Gitarrenarbeit, einmal mehr im Rampenlicht. Mikko Kujanpää schafft es mit seinem Keyboard-Spiel, die düstere Thematik, die hinter dem Stück steckt, fantastisch auszudrücken. Einfach nur genial! Teil 2 des großen Finales ist dann der Titel-Song „The Cost Of Greatness“. Ein würdiger Abschluss im XL-Format, in jeder Hinsicht. 10 Minuten geballte Melodic-/Symphonic-Metal-Power, sensationell dargeboten. Sehr abwechslungsreich, viele Wendungen, tolle Breaks und alle Musiker nochmal in absoluter Höchstform. Wenn man sich auf einem Debüt schon so einen Song zutraut und den dann auch noch in derart mitreißender und phänomenaler Art umsetzt, hat man nicht nur viel Selbstbewusstsein, sondern auch die Qualität und das Potenzial, sich ohne weiteres, mit den Größen des Genres zu messen. TOP!!

Den Namen Memoremains sollte man sich unbedingt merken. Wer ein solches Album wie „The Cost Of Greatness“ am Start hat, dem kann man nur gratulieren. Meine herzlichsten Glückwünsche und viel Erfolg mit diesem Meisterwerk. Ich freue mich schon auf ein Live-Erlebnis, irgendwann dann mal.

Let’s get rocked, not infected!“

 

 

Band

Johanna Ahonen (Gesang)
Aleksi Mäkelä (Gitarre)
Mikko Kujanpää (Keyboard)
Aapo Timonen (Bass)
Eemeli Timonen (Schlagzeug)

 

Titel

  1. Drown Memories
  2. Eternal Flame
  3. Bring It On
  4. Riot In The Crowd
  5. Where Is The Gold
  6. Lift Me Up
  7. Pounding Heart
  8. Mindreader
  9. Theme Park
  10. The Cost Of Greatness
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