Machine Men – Nein, ich habe mich nicht verschrieben. Machine Men – das ist moderner, verspielter, traumhaft melodischer und vielseitiger Power Metal.

Die Liebe der Finnen zur NWoBHM-Überband Iron Maiden lässt sich nicht leugnen. Denn genau dort liegen die Wurzeln von Machine Men. Doch die Zeit als Coverband fand schnell ein Ende. Die Jungs aus Jyväskylä begannen 1998 damit, eigenes Material zu schreiben. Anfang 2004 erscheint das Debütalbum „Scars and Wounds“, bereits 2005 der Nachfolger „Elegies“.

Für das dritte Meisterwerk „Circus Of Fools“ holen sich Machine Men Verstärkung: Marko Hietala (Nightwish, Tarot), Tommi Salmela (Tarot), Keijo Niinimaa (Rotten Sound), Rainer Nygård (Diablo). So weit, so gut – große Namen an Board zu wissen, ist sicher kein Fehler, doch nötig haben die Jungs den Rückenwind nicht.

Der Opener und Titeltrack „Circus Of Fools“ beginnt brachial, schnell, Riff-betont, ohne dass man Kreativität und Melodien vermisst. Toni Parviainen’s Gesang passt einfach perfekt zum Stil der Band.

„No Talk Without The Giant“: der einzige Track, für den ein offizielles Video gedreht wurde. Im Heimatland wurde der Song auch als Single-Auskopplung veröffentlich. Er erreichte einen beachtenswerten zweiten Platz in den Charts.

Es folgt einer meiner Favoriten: „Ghost Of The Seasons“. Die perfekte Steigerung hin zum ersten Vers, geniale Melodien, groovig, intensiv – das Songwriting der Finnen ist umwerfend. Die Gesangslinien sind schlicht weg phänomenal.

Einmal mehr – bei „Tyrannize“ leisten die beiden Saitenhexer J-V Hintikka und Jani Noronen ganze Arbeit. „Shadow Gallery“ setzt genau dort an: Das ist kein wildes Herumgefrickel, sondern traumhafte Gitarrenarbeit. Dazu diese mitreißenden Spannungsbögen – wow.

Ruhig und irgendwie sphärisch beginnt „Where I Stand“. Toni packt hier die gesamte Bandbreite seiner Sangeskunst aus. Ich bin begeistert.

In gut sieben Minuten: Den Schlusspunkt setzt „The Cardinal Point“. Bis zum Ende bleiben Machine Men ihrem Stil treu, überzeugen mit all den genannten Stärken. Woher nehmt ihr diese Ideen? Und wer braucht schon CDs mit 15 dahin pletschernden Songs, wenn man in neun Titeln so viel Genialität bekommen kann?

Fazit:
Ich finde es ziemlich kurzsichtig, Machine Men als Kreuzung ihrer Vorbilder von der Insel mit Alternative-Metal Bands à la System Of A Down zu bezeichnen. Machine Men stehen ihren Vorbildern in nichts nach. Ganz im Gegenteil: die Finnen wirken auf mich frischer, verspielter, abwechslungsreicher. Ihr Stil ist geprägt durch technische Finesse, die Liebe zu großartigen Melodien, filigranen Details und jeder Menge Energie. Ein so geniales Songwriting sucht seines gleichen. Leider, leider haben sich Machine Men 2011 getrennt.

Line-Up:

Toni „Antony“ Parviainen – Lead-Vocals
J-V Hintikka – Gitarre
Jani Noronen – Gitarre
Eero Vehniäinen – Bass
Jarno Parantainen – Schlagzeug

 

Tracklist:

  1. Circus Of Fools
  2. No Talk Without The Giant
  3. Ghost Of The Seasons
  4. Tyrannize
  5. The Shadow Gallery
  6. Where I Stand
  7. Border Of The Real World
  8. Dying Without A Name
  9. The Cardinal Point
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