Das finnische Vocal-Duo Laurenne / Louhimo hat sein sensationelles Debüt-Album „The Reckoning“ veröffentlicht. Das bedeutet geballte Frauen-Power am Mikro, mitreißende und melodische Metal Kompositionen, gewürzt mit einer Vielzahl gewaltiger Gitarrenriffs. Dafür kann es nur eines geben, Bestnoten. 10/10

Hinter dem Bandnamen Laurenne / Louhimo, verbergen sich natürlich Smackbound-Sängerin Netta Laurenne und Battle Beast Frontlady Noora Louhimo. Ohne Zweifel, zwei der besten und ausdrucksstärksten Stimmen, die der Heavy Metal zu bieten hat. „The Reckoning“ ist übrigens nicht das erste Album in diesem Jahr, auf dem die beiden Power-Frauen gemeinsam zu hören sind. Auch Magnus Karlsson’s Metal-Oper Heart Healer, wurde unter anderem, von diesen beiden Gesangswundern, veredelt. Den Grundstein für Laurenne / Louhimo legte Netta Laurenne, gemeinsam mit ihrem Ehemann Nino Laurenne (Thunderstone; Hevisaurus), der nicht nur ein erfahrener und großartiger Gitarrist ist, sondern auch ein versierter Produzent und Songwriter. Gemeinsam haben sie dann auch die Songs für „The Reckoning“ geschrieben. Es fehlte nur noch die zweite Stimme, die sie auch als bald, in Noora Louhimo gefunden haben. Nino Laurenne hat die Gitarren eingespielt, den Bass übernahm Pasi Heikkilä (Hevisaurus). An den Drums ist Sampo Haapaniemi zu hören und die Keys steuerte Vili Itäpelto bei, mit dem Netta auch bei Smackbound zusammen arbeitet. Für das eine oder andere Gitarren-Solo, konnten ein paar Gäste (u.a. Mikko Kosonen, JC Halttunen, Teemu Mäntysaari) eingebunden werden. Veröffentlicht wurde dieses Meisterwerk, wen wundert es, über Frontiers Records. Auch für das Album-Artwork konnten Laurenne / Louhimo einen bekannten Künstler gewinnen, Imperia-Gitarrist und Cover-Designer Jan Yrlund. Nun kennt ihr die wesentlichen Protagonisten dieses herausragenden Albums, wenden wir uns der Musik zu.

„The Reckoning“ bietet musikalisch, eine bunte Mischung. Von Melodic Metal, über klassischen Heavy Metal, bis hin zu Hardrock, mit teils moderner Prägung, kann man hier so ziemlich alles entdecken. Das Ehepaar Laurenne hat sich kompositorisch wirklich selbst übertroffen und 10 Stücke geschrieben, die sowohl auf Noora’s, wie auch auf Netta’s Stimme, perfekt zugeschnitten sind. Obendrein wurde das Ganze noch mit kraftvollen Gitarren-Riffs gespickt und einige verdammt eingängige Refrains, veredeln die Stücke, zu 10 wunderbaren Hits. Ein rundum makelloses Gesamtpaket. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob wir Laurenne / Louhimo jemals auf einer Tour erleben dürfen aber wenn ja, wäre das sicher ein Hochgenuss. Einfach wird das Timing aber sicher nicht. Netta ist ja neben ihrer Tätigkeit bei Smackbound, auch noch als Schauspielerin und Musical-Darstellerin aktiv und Noora, naja, da wird es wohl bald mit Battle Beast wieder richtig los gehen, schließlich steht da ja auch demnächst das neue Album an. So erfreuen wir uns derweil an der Musik aus unseren Playern. Nachfolgend erfahrt ihr noch ein bisschen was zu den einzelnen Stücken von „The Reckoning“, ehe ihr dann hoffentlich selbst, auf Entdeckungsreise geht.

Wir starten druckvoll und mit treibendem Gitarre-/Schlagzeug-Spiel. „Time To Kill The Night“ ist ein Power-Metal-Hit der Extra-Klasse, tolle, getragene Vocallines führen uns durch den Song. Sehr starker Opener! Das folgende Titelstück „The Reckoning“ beginnt etwas ruhiger und ist auch insgesamt, eher in gemäßigtem Tempo unterwegs. Eine Mega-Hymne mit tollen Riffs und zwei ganz großartigen Sängerinnen. In dem dazu bereits veröffentlichten Video, erkennt man sehr deutlich, dass die beiden Freundinnen riesigen Spaß an ihrem gemeinsamen Projekt haben. Ein großes Highlight dieses Stückes ist auch, zweifelsfrei, die Bridge kurz vorm Finale, eine unglaubliche Energie wird da freigesetzt. Genial! „Tongue Of The Dirt“ kommt opulent rüber. Etwas rau und sehr rhythmisch, fast schon progressiv an mancher Stelle. Erinnert mich instrumental, stark an die früheren Heldentaten von Savatage. „Striking Like A Thunder“ ist ganz klar, einer meiner absoluten Top-Favoriten. Der Song kommt modern rüber, mit teils dominantem Bass-Spiel. Die zunächst sanfteren Vocals steigern sich zu einem gewaltigen Refrain. Ein schwungvolles Lied, mit gutem Groove und falls es jemals zu einer Live-Performance kommen sollte, ist das sicher ein perfektes Stück, um die Stimmung an zu heizen. „Bitch Fire“ war vor ein paar Wochen die erste Single-/Video-Veröffentlichung. Die Nummer klingt so wie sie heißt. Feuer frei und mit voller Kraft voraus. Vielleicht der einzige Judas Priest – Hit, der gar nicht von Judas Priest ist. Die weibliche Power an den Mikros, liefert dann noch einen kleinen Querverweis zu den Burning Witches und schon ist das Meisterstück fertig. Für mich jetzt schon, ein Heavy-Metal-Klassiker für die Ewigkeit! Da stimmt einfach alles! Das folgende „Hurricane Love“ ist dazu dann das Kontrast-Programm. Eine wunderschöne Ballade, mit Piano-Begleitung. Netta Laurenne und Noora Louhimo zeigen in Perfektion, wie man mit sanfter und gefühlvoller Stimme so ein Lied vertonen muss. Dass sie das können, dürfte aber wohl niemand bezweifelt haben. Zum 2. Refrain hin, steigen dann alle Instrumente voll mit ein und geben diesem wunderschönen Song, ein großes und sehr intensives Finale. Überragend! „To The Wall“ ist ein weiterer Killer-Track, der eigentlich auf die Bühne gehört. Rifflastig, rhythmisch, wuchtig, mitreißend, mit einer etwas dominanteren Präsenz von Noora. Dazu gibt es noch einen Monster-Refrain. Da sieht man vor dem inneren Auge schon die ganze Halle mitsingen, mit hochgerissen Armen und die Devil Horns, im Rhythmus der Musik, der Bühne entgegenstrecken. Ja, perfekt! „Viper’s Kiss“ beginnt mit einer schönen Gitarren-Melodie. Ein Stück im mittleren Tempo, mit balladeskem Vers-Teil. Ein sehr emotionaler und ausdrucksstarker Song, mit einem fantastischen Refrain. Sicher einer der ganz großen Höhepunkte des Albums, wenn man tatsächlich etwas hervorheben möchte. „Walk Through The Fire“ ist eine Vollgas-Nummer mit ordentlich Bombast und einer gewaltigen Power. Ein paar progressiv angehauchte Momente und natürlich, der, wieder mal überragend dargebotene Gesang der beiden attraktiven Frontladies, sind die Würze dieses Neckbreakers. Für das große Finale begeben wir uns auf eine kleine Reise in die arabische Welt. „Dancers Of Truth“ kommt mit einer deutlich orientalischen Schlagseite daher, sowohl bei den Arrangements, wie auch bei den Gitarren. Die stampfenden und dominanten Riffs von Nino Laurenne, sind genauso prägend für diesen Song, wie die melancholische, fast schon düstere Gesamtstimmung. Netta Laurenne und Noora Louhimo brillieren hier noch einmal in absoluter Bestform und geben diesem Mega-Album, einen herausragenden Abschluss. Das verlangt definitiv nach einer Fortsetzung!

Abschließend bleibt mir nur ein überschwänglicher Glückwunsch an Noora, Netta, Nino und all die anderen großartigen Musiker, die an „The Reckoning“ beteiligt waren. Laurenne / Louhimo haben zweifelsfrei, eines der besten Metal-Alben des Jahres am Start und könnten gemeinsam, sehr viel erreichen. In diesem Sinne, bleibt gesund. „Let’s get rocked, not infected!“

Band

Netta Laurenne (Gesang)
Noora Louhimo (Gesang)
Nino Laurenne (Gitarre)
Pasi Heikkilä (Bass)
Sampo Haapaniemi (Schlagzeug)
Vili Itäpelto (Keyboard)

Titel

  1. Time To Kill The Night
  2. The Reckoning
  3. Tongue Of Dirt
  4. Striking Like A Thunder
  5. Bitch Fire
  6. Hurricane Love
  7. To The Wall
  8. Viper’s Kiss
  9. Walk Through The Fire
  10. Dancers Of Truth
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