Die finnische Ausnahmesängerin Jessica Wolff veröffentlicht nun schon ihr drittes Album, das den klangvollen Titel „Para Dice“ trägt. Es ist eine hochklassige, facettenreiche und sehr unterhaltsame Scheibe geworden, die definitiv das Potenzial hat, ein paar Türen zu öffnen.

Nachdem Jessica Wolff mit „Renegade“ (2014) und „Grounded“ (2017), bereits zwei gewaltige Ausrufezeichen setzen konnte, ist der attraktiven Sängerin aus Helsinki, nun mit „Para Dice“, ihr bisheriges Meisterstück gelungen, wie ich finde. Es vereint die Stärken ihrer ersten beiden Alben und zeigt deutlich die Entwicklung der jungen Finnin. „Para Dice“ ist eine sehr melodische, moderne Rock-Scheibe, die genug Ecken und Kanten hat, um sich von der breiten Masse abzuheben. Den Großteil der 10 Stücke hat Jessica Wolff selbst geschrieben. Sie konnte aber auch auf die eine oder andere Unterstützung von außen zurück greifen und hat natürlich ein paar starke Musiker um sich geschart, die das Meisterwerk eingespielt haben, u.a. als Gast, ihr Ehemann Miikka Wolff (Drums) mit ein paar Beiträgen. Der eigentliche, instrumentale Stamm der Band, besteht aus Gonzo Sombrero und Sebastian Lindqvist an den Gitarren, Taneli Tulkki am Bass und Jarno Vanhanen am Schlagzeug. Produziert wurde „Para Dice“ übrigens von Jonas Olsson. Musikalisch/kompositorisch hat sich die finnische Sängerin und Kampfsportlerin offensichtlich ein wenig an ihrem Debüt orientiert. Ein modernes Riffing, kombiniert mit teils poppigen Soundelementen, geben dem dritten Studio-Album von Jessica Wolff, einen sehr ausdrucksstarken Charakter und auch den notwendigen Punch. Jessica und ihren Kollegen ist es gelungen, eine Vielzahl mitreißender und eingängiger Songs zu kreieren, von denen viele bereits nach dem ersten Genuss im Ohr bleiben. Als mögliche musikalische Einflüsse sind v.a. Halestorm, Joan Jett aber auch eine Avril Lavigne in ihren rockig/punkigen Anfangsjahren, auszumachen. Nachdem das bemerkenswerte Booklet des Albums, fast schon als Bewerbungsmappe für eine Modelagentur genutzt werden kann, möchte ich an dieser Stelle nicht versäumen zu erwähnen, dass Jessica‘s wundervolle Fotos, von Nana Simelius gemacht wurden. Eine herausragende fotografische Arbeit, mit Bildern einer gleichermaßen schönen, wie auch hochtalentierten Sängerin, fantastisch in Szene gesetzt. Nun aber genug geschwärmt von der „begleitenden“ Kunst. Wenden wir uns der Musik zu, die ja zweifelsohne, die zentrale Rolle spielt und natürlich auch in dieser Review an erster Stelle steht.

„Ella’s Song“ ist ein moderner knackiger Rocker, mit tollem Riffing und Power-Vocals. Ein ganz starker Einstieg. „Perfect Kind Of Wrong“ ist ein recht flottes, leicht punkiges Stück mit sehr beschwingtem Refrain, jedoch auch melancholischen Zwischentönen. „All The Right Things“ ist ein Midtempo-Track, der herausragendes Hitpotenzial hat und neben den großen, rockigen Hits vergangener Jahre, von Kelly Clarkson und Avril Lavigne, ganz locker bestehen kann. „The Sunny Side Of The Bay“ ist ein sehr emotionaler, nachdenklicher Song, mit einem angedeuteten bluesig/jazzigen Flair. „Kill Switch“ stellt die Gitarren wieder etwas mehr in den Vordergrund und liefert einen tollen Text, eine der großen Stärken von Jessica Wolff. „Fight Forever“ kommt zunächst mit einer Pop-Punk-Attitüde daher und wird dann zu einem ausgewachsen Rock-Hit, der schön groovt und jeden mitreißen sollte, der diese Art von Musik mag. Sehr stark! „Superhero“ ist ein wuchtiger, moderner Hardrock-Song, Jessica in absoluter Top-Form. Ein Stadion-Rocker wie man ihn aus den 80ern kennt. Dazu gibt es ein sehr cooles Video, das die vielseitig talentierte Power-Frau, in filmreifer Kampf-Aktion zeigt. Da wird dann vielleicht auch Hollywood bald mal anklopfen. Wie würde das klingen? Jessica Wolff an der Seite von Jason Statham im nächsten Action-Blockbuster? Das hätte was oder? „Demons“ legt mit knackigen Gitarren los. Schönes, fast schon Metallica-artiges Riffing und dann? Ein Mega-Refrain, den du nicht wieder aus dem Ohr bekommst. Für mich der größte Song auf „Para Dice“ und neben dem Titelstück des letzten Albums („Grounded“), mein absoluter Favorit, der bisherigen Schaffenskunst von Jessica Wolff. „Take Me Away“ ist wieder mal eine dieser großartigen Hymnen, die einen nicht mehr los lassen. Schade, dass es so wenige deutsche Radiostationen gibt, vielleicht von BOB und Rock Antenne mal abgesehen, die Künstler wie Jessica Wolff spielen oder spielen würden. Solche Stücke hätten so unglaublich viel Potenzial, auch von der breiten Masse gehört und geliebt zu werden. „Strangers“ bildet den würdigen Abschluss eines sensationellen Albums. Ein Melodic-Rock-Song der obersten Kategorie. Druckvolles Schlagzeug, stampfende Gitarren, wunderbare Melodiebögen und natürlich, eine großartige Frontlady, die hier nochmal die ganze Bandbreite ihres Könnens abruft. Super!

Herzlichen Glückwunsch zu diesem Meisterwerk! Ich kann euch jetzt schon sagen, liebe Leser, dieses Album wird in meiner Jahreswertung 2020 in der Kategorie „Hardrock“, einen Platz ganz weit vorne bekommen.

Liebe Jessica, vielen Dank an dich und deine Bandmates für dieses tolle Album, viel Erfolg damit und hoffentlich klappt es dann nächstes Jahr mit einer Tour. „Let’s get rocked, not infected!“

 

 

Band 

Jessica Wolff (Gesang)
Gonzo Sombrero (Gitarre)
Sebastian Lindqvist (Gitarre)
Olli Tainio (Gitarre)
Taneli Tulkki (Bass)
Jarno Vanhanen (Schlagzeug)
Miikka Wolff (Schlagzeug)

 

 Titel 

  1. Ella’s Song
  2. Perfect Kind Of Wrong
  3. All The Right Things
  4. The Sunny Side Of The Bay
  5. Kill Switch
  6. Fight Forever
  7. Superhero
  8. Demons
  9. Take Me Away From Here
  10. Strangers

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