Fans Of The Dark haben nun endlich ihr lange erwartetes, selbstbetiteltes Debüt veröffentlicht. Eine Pflichtlektüre für Anhänger des schwedischen Melodic Rock aber auch für alle Freunde mitreißender und außergewöhnlicher Rock Musik, ist dieses Album ein wahrer Leckerbissen und ein „must-have“! 9/10

Die Band Fans Of The Dark wurde Mitte des letzten Jahres, von Schlagzeuger und Hauptsongwriter Freddie Allen und Stimmwunder Alex Falk, ins Leben gerufen. Die beiden haben nicht nur zusammen die Schulbank gedrückt, sondern haben sich nun auch gemeinsam auf den Weg gemacht, eine sehr erfolgversprechende, musikalische Idee in die Tat umzusetzen. Komplettiert wird das Quartett von niemand Geringerem als Robert Majd, Bassist bei meiner erklärten Lieblingsband Metalite und Gitarrist Oscar Bromvall. Unter anderem bekannt, durch seine Zusammenarbeit mit Michael Palace (Palace, Kent Hilli), der übrigens auch das Album produziert hat. Für eine aufstrebende und hochtalentierte Melodic Rock – Band gibt es selbstverständlich nur ein Label, das hier als perfekter Partner in Frage kommt. Ich spreche natürlich von Frontiers Records, die sofort begeistert waren und die talentierten Schweden unter Vertrag genommen haben. Die musikalischen Einflüsse von den Fans Of The Dark liegt logischerweise im Hardrock und AOR der 80er Jahre. Die Umsetzung wirkt aber doch sehr authentisch und neben ein paar wenigen Momenten der typischen Horror-Film-Musik, gibt es durchaus auch ein paar Elemente der 70er Jahre Rock Musik zu entdecken. Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht aber ich erkenne hier, nach mehrmaligem Hören, immer deutlicher den gleichen Spirit, der auch bei einem echten Album-Klassiker zu finden ist. Ich spreche von Alice Cooper’s „Constrictor“. Der düstere Ansatz, die Neigung zum Horror-/Gruselfilm-Genre, die Art des Songwritings, all das, lässt den Geist dieses Meisterwerkes, hier wieder zum Leben erwecken. Aber bitte nicht falsch verstehen, ich spreche ausschließlich von dem Spirit! Das ist keine Kopie! Eine weitere Komponente, die das Fans Of The Dark – Debüt so einzigartig macht, ist die unglaublich ausdrucksstarke und facettenreiche Stimme von Alex Falk, der nicht nur ein außergewöhnlicher Sänger ist, sondern auch eine sehr charismatische Persönlichkeit ist. Er erinnert mich immer mal wieder an den großen Jean Beauvoir (Crown Of Thorns, Voodoo XPlasmatics). Nebenbei bemerkt, einer meiner absoluten Lieblingssänger im Hardrock-Genre. Der schon erwähnte Hang zu Gruselgeschichten und Horror-Filmen spiegelt sich auch inhaltlich wider. So gibt es beispielsweise gleich zu Beginn die Geschichte von Oscar Wilde’s „Das Gespenst von Canterville“ zuhören. Eine schöne Grusel-Satire um Sir Simon, der als Geist auf Schloß Canterville sein Unwesen trieb und für dutzende Adaptionen und etliche Verfilmungen, die Grundlage bot.

Musikalisch ist „The Ghost Of Canterville“ ein 8-minütiges Meisterstück, mit düsterer Atmosphäre, starker Gitarren-Arbeit, großartig eingesetzten Keys und einem tollen Refrain. Übrigens, sehr mutig, als Newcomer mit so einer ausgedehnten Nummer anzufangen aber gekonnt ist gekonnt und das Ergebnis lässt keine Fragen offen. Sehr stark! „Escape From Hell“ ist ein echter Riff-Rocker, einer meiner absoluten Top-Favoriten und die offiziell, 1. Single. Eine Melodic-Rock-Hymne der Spitzenklasse, sehr stimmungsvoll arrangiert, dazu ein mega Ohrwurm-Refrain, der die stimmliche Genialität von Alex Falk bestens zeigt. Gast-Musiker Ryan Roxie (Alice Cooper) brilliert hier mit einem grandiosen Solo. „The Running Man“ ist eine besondere Spielwiese für die Instrumental-Abteilung. Robert Majd mit starken, dominanten Bass-Sequenzen und Freddie Allen demonstriert seine Fähigkeiten am Schlagzeug in Perfektion und verleiht dem Stück ordentlich Power. Das macht wirklich Spaß! „Dial Mom For Murder“ geht flott voran, sehr mitreißend, perfekt für die Bühne und über allem steht ein weiteres Mal, der überragende Gesang von Alex Falk. „Life Kills“ war vor ein paar Monaten der erste musikalische Beleg für die Existenz von Fans Of The Dark, der mir zu Ohren kam, wenn auch erst deutlich später, offiziell veröffentlicht. Ein echter Hit, der mich seit dem, immer wieder begleitet hat. Ein sehr abwechslungsreiches, emotionales Lied, mit vielen Facetten. Im wuchtigen Mittelteil kommt vor allem die Power der Rhythm-Section um Freddie Allen und Robert Majd, voll zum Tragen. Die geniale Gitarren-Arbeit von Oscar Bromvall wird eigentlich nur noch von Alex Falk getoppt, der mich im besonderen hier, so sehr an Jean Beauvoir erinnert, dass es eine wahre Freude und Ehre ist, ihm zuzuhören. Einfach nur genial! Ach ja, ein feines Video zu „Life Kills“, gibt es inzwischen auch. Etwas ruhiger mit balladeskem Ansatz, startet „Rear Window“. Ein verspielter Beginn und eine soulige Komponente in Falk’s Stimme bilden die Einleitung, ein toller Groove und ein hymnischer Refrain sind die Fortsetzung. Ein sehr starker, ausgedehnter Instrumentalteil, ergänzt durch ein fantastisches Solo, sind weitere, prägende Highlights des Stückes. Ein typisches 80er-AOR-Riffing liegt dem Song „The Foreigner“ zu Grunde. Eine Verbeugung vor jener Zeit, die so vielen Bands, auch heute noch, die Basis für ihre Kompositionen liefert. Ein starker Chorus vervollständigt dann das Hörerlebnis, in großartiger Manier. Auch zum Abschluss gibt es noch einmal eine ausgedehnte XL-Nummer mit 8 Minuten Spielzeit. Die Atmosphäre des Teen-/Horror-/Zombie-Film Charakters wird zu Beginn und am Ende durch Klassenzimmer-Geräusche erzeugt, die Dramaturgie und die Lyrics ergänzen das Feeling auf wunderbar gruselige Art und Weise. Was Alice Cooper Mitte der 80er Jahre mit seinem Hit „He’s Back (The Man Behind The Mask)“ an schaurigen Emotionen vermittelt hat, könnten heutzutage, Fans Of The Dark mit ihrer Mega-Hymne „Zombies In My Class“ schaffen. Ein Monster-Hit im wahrsten Sinne des Wortes. Alex Falk mit seiner allerbesten Vocal-Performance und auch Freddie Allen, Robert Majd und ganz im Besonderen Oscar Bromvall, mit seinen Riffs und Soli, zeigen zum Ende nochmal, wie verdammt gut sie sind und was für ein Potenzial in ihnen steckt. Großes Kino meine Herren!

Wowww! Da darf man wirklich gespannt sein, was diese vier tollen Musiker noch alles erreichen können und werden. Meine Unterstützung ist ihnen sicher und ich denke, alle Freunde von etwas düster arrangiertem, sehr eigenständigem Melodic Rock, werden es mir gerne nach tun. Denn so gesehen, sind wir als Anhänger der harten Rock Musik, doch eigentlich alle „Fans Of The Dark“! Glückwunsch an Alex Falk, Freddie Allen, Robert Majd und Oscar Bromvall zu einem brillanten Album-Einstand! Ein grandioses Debüt! In diesem Sinne „Let’s get rocked, not infected!“

Band

Alex Falk (Gesang)
Oscar Bromvall (Gitarre)
Robert Majd (Bass)
Freddie Allen (Schlagzeug)

Titel

  1. The Ghost Of Canterville
  2. Escape From Hell
  3. The Running Man
  4. Dial Mom For Murder
  5. Life Kills
  6. Rear Window
  7. The Foreigner
  8. Zombies In My Class
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