„Bleed and Scream“ – zugegeben nicht mehr ganz taufrisch, doch meine nach wie vor anhaltende Begeisterung für das so geniale Eclipse-Konzert beim Southpark Festival zwingt mich, ein paar Worte über das vierte Album der Schweden zu schreiben.

Eclipse mauserten sich ja eigentlich schon mit ihrem dritten Studioalbum „Are You Ready To Rock“ vom Geheimtipp zu einem ernstzunehmenden Namen in der Hard Rock Szene. Und wenn man einen Blick auf das Line-Up riskiert, ist diese Entwicklung der Band auch nicht weiter verwunderlich: Angefangen bei Lead-Sänger, Gitarrist und Mastermind Erik Mårtensson. Trotz so jugendlicher Ausstrahlung kann Multitalent Erik auf eine beachtliche Output-Liste blicken (siehe http://www.blowoutproductions.com/). So ist er Gitarrist bei W.E.T. und Åge Sten Nilsen’s Ammunition, dazu Produzent und / oder Songwriter für Genregrößen wie Jimi Jamison, Primal Fear, H.E.A.T, Jaded Heart, Sinner und viele mehr. Des Weiteren hat man mit Magnus Henriksson einen zweiten Weltklasse-Gitarristen an Board. Johan Berlin kümmert sich um die tieftönige Ausgestaltung der Songs. Drummer Robban Bäck dürfte vielen spätestens seit seiner Zeit bei Sabaton ein Begriff sein. Und irgendwo im musikalischen Dunstkreis der „Neben“-Projekte von Erik und Robban bewegt sich das 2012er „Bleed and Scream“. Will heißen, Hard Rock mit jeder Menge Power, der es so mancher Metal-Band fehlt.

Eclipse Southpark Tampere 2015

Eclipse
Southpark Tampere 2015
Erik Mårtensson
Robban Bäck

Der Titel sagt eigentlich schon alles: „Wake Me Up“. Ja, das macht der Song definitiv. So druckvoll, energiegeladen, dazu ein fesselnder Chorus, kurzum ein Hard Rock Song erster Güte. Und ebenso hitverdächtig geht es weiter: der Titeltrack „Bleed And Scream“ setzt sich schnell im Gehörgang fest und Vorsicht, es ist schwer, ihn wieder loszuwerden.

Die das Riff-Intro von „Ain’t Dead Yet“ – wow. Der Song macht einem ordentlich Feuer im Hintern. Da kann der Teufel in der Tat noch eine Weile warten. Dann folgt mit „Battlegrounds“ schon die nächste Granate: dynamisch, mitreißend, Songwriting, das seines Gleichen lange suchen muss und einmal mehr ein überragender Refrain. „A Bitter Taste“ beginnt ruhig, balladesk und zeigt eindrucksvoll, welch Weltklasse-Sänger Erik ist, wenngleich er diesbezüglich gerne zu starkem Understatement tendiert. Keyboard-Klänge im Intro, danach kraftvolle Riffs und treibende Drums und als die Strophe beginnt, bekomme ich mal wieder das Bedürfnis, mitzusingen – „S.O.S.“ ist insbesondere live ein Knaller.

Bei „Take Back The Fear“ kann Robban so richtig zeigen, was er kann – der schnellste Song des Albums, dem es mit Nichten an Ausdruck, Spannungsbögen und tollen Melodien fehlt. Nein, sie fehlt auch nicht: „About To Break“ ist eine traumhaft schöne, absolut authentisch gesungene und völlig Kitsch-freie Power-Ballade. Und mit Song Nummer elf „After The End Of The World“ sind wir leider auch schon beim Abschluss dieses Ausnahmealbums angelangt, nochmals wahrlich hitverdächtig. Doch es gibt ja zum Glück die Repeat-Taste. Beispielsweise auf Eclipse‘ offizieller Homepage ist Erik’s Motto zu lesen:

„Either you write a good song or you write a bad song. The choice is yours.“

Nun, Erik hat eine sehr eindeutige Entscheidung getroffen, als er das vierte Meisterwerk für Eclipse schrieb. Alle Songs sind Knaller, phantastisch produziert und arrangiert, so herrlich frisch bohren sie sich die Gehörgänge, … geniales und abwechslungsreiches Songwriting, Killer-Refrains, … Ich hoffe sehr, dass die Band schon bald die Beachtung erfährt, die ihr gebührt. Für mich sind Eclipse DER Anwärter auf den Melodic Hard Rock Thron der Zukunft.

Line-Up:

Erik Mårtensson (Lead Vocals, Gitarre)
Magnus Henriksson (Gitarre)
Johan Berlin (Bass)
Robban Bäck (Drums)

 

Tracklist:

  1. Wake Me Up
  2. Bleed and Scream
  3. Ain’t Dead Yet
  4. Battlegrounds
  5. A Bitter Taste
  6. Falling Down
  7. S.O.S.
  8. Take Back the Fear
  9. The Unspoken Heroes
  10. About to Break
  11. After the End of the World
Tagged with →  
Share →

Schreibe einen Kommentar