Die Schweizer Symphonic-Metal-Truppe Deep Sun, stellt ihr drittes Album „Das Erbe der Welt“ vor. Ein grandioses Werk, voll frischer und mitreißender Kompositionen, auf absolutem Top-Level.

Deep Sun wurden bereits 2005 gegründet und haben ihre Basis im schönen schweizerischen Aargau. Zwischen Basel und Zürich gelegen, nicht weit von der deutschen Grenze entfernt, bietet die Stadt und ihre Umgebung, nicht nur ein paar schöne Sehenswürdigkeiten und beindruckende Landschaftsbilder, sondern auch eine der großartigsten Symphonic-Metal-Bands, die mir in den letzten Jahren untergekommen ist. Und das waren beileibe nicht wenige. Schon seit nun mehr 8 Jahren ist die kreative Truppe in der gleichen Besetzung am Start und hat Ende April, mit „Das Erbe der Welt“, ihr drittes Album veröffentlicht. Nach dem sehr starken 6-Track Mini-Album „Flight Of The Phoenix“ (2014) und dem ersten fantastischen full-length Werk „Race Against Time“ (2016), gelingt es Deep Sun, mit ihrem neuen Masterpiece, noch mal eine Schippe drauf zu packen und liefern ihr bislang abwechslungsreichstes und hitreichstes Album ab. Schande über mich, dass mir diese tolle Band, erst jetzt aufgefallen ist. Kaum zu glauben, bei einer derart kreativen und schlagkräftigen Symphonic-Truppe, was ja eigentlich mein favorisiertes musikalisches Genre ist.

Die Kompositionen sind bei Deep Sun ein Gemeinschaftsprozess. Für die großartigen Melodie-Bögen zeichnet Keyboarder Tom Hiebaum verantwortlich. Die phänomenalen Riffs und Soli, sind das Werk von Pascal Töngi. Die Power für die einzelnen Songs, liefern Tobias Brutschi am Schlagzeug und Angelo Salerno am Bass. Intoniert, veredelt und zu Meisterwerken gemacht, werden die variantenreichen Kompositionen, von der gleichermaßen attraktiven, wie stimmgewaltigen Debora Lavagnolo. Die junge Dame mit dem wunderschönen Namen, hat eine herausragende, klassisch ausgebildete Stimme, mit der sie spielerisch alle Herausforderungen, die die Songs an sie stellen, meistert. Im Besonderen in ihrer Heimat, haben sich die 5 Musiker schon einen guten Namen gemacht und waren dort in den letzten Jahren auch live recht präsent. Eine Headliner-Club-Tour oder eine Tour, als Support eines größeren Acts, könnte auch in Deutschland und Umgebung, den Bekanntheitsgrad dieser außergewöhnlich talentierten Band, sicherlich noch fördern. Würde mich persönlich sehr freuen, wenn so etwas bald mal zustande käme.

Hier nun noch ein Blick auf die einzelnen Stücke von „Das Erbe der Welt“, diesem großartigen neuen Album von Deep Sun.

Wuchtig, mit tollen Keyboards, dem fantastischen Sopran von Debora und vielen Tempo-Wechseln, liefert der Opener „Relentless Resistance“, schon viele Elemente, die den Sound von Deep Sun prägen. Klasse! „Heroes“ erinnert ein wenig an meine Lieblings-Symphonic-Metaller Xandria. Das Stück hätte auch sehr gut, auf einem von deren letzten beiden Werken stehen können. Herausragend! „Insurrection Of Technology“ ist zum einen recht stimmungsvoll, zum anderen aber auch ein ziemlich rhythmischer Song, der der Frontlady, ihr ganzes Können abverlangt. „Worship The Warship“ beginnt mit atmosphärischen Keyboards, die Erinnerungen an den Überhit „Computer Eyes“ von Ayreon, wachen werden lassen, jedoch danach in einem sehr flotten Symphonic-Kracher endet. Hierzu gibt es auch ein tolles Video, mit dem ich übrigens auf Deep Sun aufmerksam wurde. Einer der stärksten Songs auf dem Album. „Abandon Cyberspace“ ist schon fast eine Power-Metal Nummer. Polterende Gitarren, eine Gesangsmelodie, die als Soundtrack für ein Helden-Epos geeignet wären und gewaltiger Dampf von der Rhythmus-Sektion. Der Titel-Track beginnt als wunderschöne Piano-Ballade, um dann zu einer echten Hymne zu werden. Mit überragender Gitarrenarbeit von Pascal Töngi und unfassbar stark gesungen von Debora Lavagnolo. Die Schweiz hat nun auch eine Tarja Turunen, der Vergleich mag mir an dieser Stelle gestattet sein. Mein Kompliment! „Super New World“ und „Vertigo“ sind weitere, tolle Symphonic-Knaller, mit meist mittlerer Geschwindigkeit, die jeweils durch sehr eingängige Refrains begeistern. Bei „Go For The Kill“ geht das Tempo wieder ein Stück nach oben. Etwas wuchtiger und gleichzeitig getragener. Ebenfalls ein perfekter Live-Song, wie schon die beiden vorgenannten. „My Darkness“ beginnt mit starken Keyboards, wird dann zu einem sehr orchestralen Stück, mit wunderbarem klassischem Gesang. Trotz der Geschwindigkeit, irgendwie verträumte Vocallines. Genau so muss das klingen, wenn man einen Symphonic-Metal-Hit komponiert! Eine ähnliche Stimmung kann man auch beim folgenden „Frozen Sea“ erfahren. Etwas schwermütig und traurig anmutend, mit leichter Endzeitstimmung. Der glockenklare Sopran von Debora, sorgt dafür, dass der Song derzeit mein Lieblingsstück des Albums ist. „The Raven“ ist das grandiose und monumentale Finale, dieser höchst kurzweiligen Lieder-Kollektion. Mit über 15 Minuten nicht nur klar das längste, sondern natürlich auch das anspruchsvollste und üppigste Stück, von „Die Erben der Welt“. Hier vereinen Deep Sun nochmal alle ihre Stärken in einem Song und erschaffen ein wahres Epos, zum Genießen. Nach unheilschwangerem Intro und fast schon Metallica-ähnlichem Schlagzeug-Gitarre-Spiel, folgt der zunächst leicht orientalisch angehauchte Einstieg von Debora und es beginnt eine Reise durch sämtliche Stimmungslagen. Grandiose Keyboards von Tom Hiebaum, dann zieht plötzlich Tobias Brutschi am Schlagzeug das Tempo an. Pascal Töngi und Angelo Salerno ziehen nach und eine furiose Achterbahnfahrt nimmt ihren Lauf, die erst nach einer Viertelstunde endet. Lady Debora and Gentlemen, das ist sensationell!

Mit diesem Meisterwerk müssen sich die tollen Musiker von Deep Sun hinter keinem der großen Acts des Genres verstecken und haben eigentlich alle Trümpfe in der Hand, um in den erlesenen Kreis der „Großen“ aufzusteigen. Mit Massacre Records hat man einen starken Partner im Hintergrund, also, es wäre angerichtet, könnte man sagen. Ich wünsche dabei viel Erfolg und hoffe auf ein baldiges Live-Vergnügen.

Band

Debora Lavagnolo (Gesang)
Pascal Töngi (Gitarre)
Tom Hiebaum (Keyboard)
Angelo Salerno (Bass)
Tobias Brutschi (Schlagzeug)

 

Titel

  1. Relentless Resistance
  2. Heroes
  3. Insurrection Of Technology
  4. Worship The Warship
  5. Abandon Cyberspace
  6. Das Erbe der Welt
  7. Super New World
  8. Vertigo
  9. Go For The Kill
  10. My Darkness
  11. Frozen Sea
  12. The Raven
Tagged with →  
Share →

Schreibe einen Kommentar