Die italienische Symphonic-Metal-Band Constraint liefert mit „Enlightened By Darkness“ ein höchst bemerkenswertes Debüt-Album ab.

Die jungen Nachwuchs-Künstler Constraint aus Modena haben 2011 zunächst als Cover-Band begonnen, um sich dann aber als bald eigenen Kompositionen zu widmen. Dies trägt nun mit „Enlightened By Darkness“ die ersten Früchte. Constraint stellen uns ein sehr ambitioniertes und in Eigenregie! produziertes Debüt vor, was mit herausragenden Songstrukturen, großartigen Melodien und einem außergewöhnlichen Gespür für Stimmungen besticht. Gerade wenn man bedenkt, dass Constraint erst vor wenigen Jahren, noch im mittleren Teenager-Alter, begonnen haben, so muss man klar sagen, dass hier großes heranwachsen kann. Die jungen Musiker aus Norditalien beherrschen ihre Instrumente allesamt vorzüglich. Auch wenn hier oder da gewisse Einflüsse heraus zuhören sind, ist doch ein hohes Maß an Eigenständigkeit erkennbar. Man komponiert zum Teil mit Songaufbauten die mehr an klassische Musikstücke, als an Metal-Songs erinnern, stets aber absolut homogen wirken. Gelegentlich drängt sich fast der Eindruck auf, dass manchen Liedern tatsächlich zunächst klassische Kompostionen zu Grunde liegen und man die Metal-Komponente dann geschickt mit eingebaut hat. Sehr stark! Neben der fantastischen Arbeit an den Instrumenten durch die Herren Alessio Molinari, Federico Paglia, Simone Ferraresi und Alessandro Lodesani, möchte ich im Besonderen die attraktive, junge Lady am Mikro hervorheben. Beatrice Bini hat in ihrem zarten Alter bereits einen derart überragenden Stimmumfang, dass ich mir kaum vorzustellen vermag, zu was sie in der Lage ist, wenn ihre Ausbildung mit den Jahren noch weiter fortgeschritten ist. Sie verleiht den Songs die nötige Tiefe, den emotionalen Ausdruck und ihr kraftvoller, klassischer Sopran erlaubt ihr glockenklar bis in die Höhen zugehen. Das könnte auch mal irgendwann für höhere Aufgaben in der klassischen Musik reichen. Um stimmlichen Nachwuchs muss einem also sicher nicht bange sein.

Die abwechslungsreichen Stücke leben sehr vom Spannungsaufbau und den vielen Tempi-Wechseln. Schnelle Gitarren-/Schlagzeugparts kombiniert mit ruhigen Piano-Intermezzi oder Streicher-Passagen. Das macht wirklich Spaß und selbst nach dem x-ten Hörgenuss ist immer noch mal was Neues zu entdecken. Als Hörproben empfehle ich den Opener „Behind The Scenes“, den überragenden Titeltrack „Enlightened By Darkness oder das abschließende „Oniria“. Dieser beginnt im leicht mittelalterlichen Gewand, überzeugt mit einem tollen Refrain, um dann in einem instrumentalen Feuerwerk auszuklingen. Besonders stark sind Constraint auch bei den ruhigeren Songs. Das leicht verträumte Midtempo-Stück „Illusion Of Dreams“ erinnert von der Grundstimmung her ein wenig an Nightwish’s „Sleeping Sun“. Auch das etwas schwermütige „Breathing Infinity“ oder das traurig anmutende „Autumn Hymn“ zeigen das große Gespür der fünf jungen Musiker für Ausdrucksstärke, Harmonien und tolle Melodien.

Bei diesen Voraussetzungen und dem vorhandenen Talent sollte es doch mit dem Teufel zugehen, wenn für Constraint hier nicht eine große Karriere möglich wäre. Hoffentlich führt euch der Weg bald mal über die Alpen für einen „Live-Bericht“.

Band

Beatrice Bini (Gesang)
Alessio Molinari (Gitarre)
Federico Paglia (Bass)
Simone Ferraresi (Keyboard)
Alessandro Lodesani (Schlagzeug)

 

Titel

  1. Behind The Scenes
  2. Talking Dumbs
  3. The Ending Of Time
  4. Illusion Of A Dream
  5. The Birth
  6. Breathing Infinity
  7. Enlightened By Darkness
  8. Autumn Hymn
  9. Oniria
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