Auch mit ihrem zweiten Album „From Hell With Love“, nehmen uns die Finnen Beast In Black, mit auf eine höchst unterhaltsame Zeitreise, zurück in die 80er Jahre.

Gitarrist und Hauptkomponist Anton Kabanen, geht mit „From Hell With Love“ seinen eingeschlagenen Weg konsequent weiter, den er schon als früherer Chef und Gründer von Battle Beast begonnen hat und nach der Trennung, mit seiner neuen Band Beast In Black, fortgeführt hat. Das zweite Studioalbum strotzt nur so vor Energie und unbändiger Power. War das 2017er Debüt „Berserker“ schon ein Power-/Melodic-Metal-Meilenstein, so ist das neue Werk noch mal ein Stück größer, vielleicht auch, weil man als Band in den letzten 2 Jahren zusammen gewachsen ist, etliche Touren gespielt hat und lediglich einen Personalwechsel hinnehmen musste. Neu am Schlagzeug ist hier übrigens der starke Atte Palokangas. Freilich war es für die Vermarktung und den Bekanntheitsgrad von Beast In Black auch kein Nachteil, dass man mit Nightwish Mastermind Tuomas Holopainen, einen großen Fan aber auch Freund gefunden hat. Der Erfolg der gemeinsamen Tour Ende letzten Jahres ist da sicher auch ein Beleg. Danke dafür, das war fantastisch.

Musikalisch hat Anton Kabanen den Spagat zwischen Power-, Melodic-Metal und den, für Beast In Black so typischen 80er-Jahre-Synthi-Elementen, weiter perfektioniert und mit „From Hell With Love“ ein überragendes Album erschaffen, das vor 30 Jahren vermutlich Stadien gefüllt und etliche Millionen Kopien abgesetzt hätte. Neben oben schon erwähntem Neu-Drummer Atte Palokangas, hat Anton drei weitere, hochklassige Musiker an seiner Seite. An der Gitarre ist wieder Kasperi Heikkinen zu hören, am Bass Mate Molnar und last but not least, das griechische Gesangswunder Yannis Papadopoulos. Dieser ist für die Band sicher als absoluter Jackpot zu sehen. Er etabliert sich inzwischen bei den größten Sängern im Genre, gerade auch wegen seiner Vielseitigkeit, die auf dem neuen Album nochmal besser zum Tragen kommt, wie ich finde. Egal, ob das die Metal-Voice ist, die Screams and Shouts sind oder ob es mal mit viel Gefühl oder mit der überragenden Kopfstimme ist, Yannis hat das alles in Perfektion, in seinem Repertoire. Das sehr coole Cover-Artwork wurde übrigens von dem Künstler Roman Ismailov erschaffen und passt perfekt zur Aussage des Titels und des Albums.

Kommen wir nun zu den Songs von „From Hell With Love“. Der Titel beschreibt eigentlich den Inhalt schon ganz gut, so gibt es eine Vielzahl echt knackiger Metal-Songs „From Hell“ aber auch einige ruhigere bzw. 80er-lastigere Stücke, die dann vielleicht eher „With Love“ sind. Also, es ist für jeden was dabei.

Mit Vollgas geht es los, mit „Cry Out For A Hero“. Der bläst einem die Ohren schon mal richtig gut durch und eignet sich auch bestens, als Opener für anstehende Shows. Der Titeltrack kommt dann deutlich rhythmischer und sehr 80er-mäßig daher. Ein sehr stimmungsvolles Stück, beim dem sicher keiner die Füße still halten kann. „Sweet True Lies“ war der erste Song vom Album, der als Video veröffentlicht wurde. Ein unfassbar geiles Stück, bei dem ich mal wieder den Vergleich zu den früheren Komponisten-Göttern Desmond Child bemühen muss, die ja, v.a. Mitte/Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre, bei vielen großen Hardrock-Produktionen (u.a. für Alice Cooper, Bon Jovi, Kiss, Robin Beck) eine tragende Rolle gespielt haben. Ja, „Sweet True Lies“ ist so gigantisch, wie jene Hits von damals, da kann ich nur mein Kompliment an Anton Kabanen aussprechen. „Repentless“ ist ein sehr cooler und minimal sinfonisch nuancierter Metal-Song. Wer genau hinhört, kann hier einen kleinen Hauch „Wishmaster“ spüren, ihr wisst schon welchen ich meine. Das zweite Video gibt es zu dem Stück „Die By The Blade“ und ist ein ebenso großer 80er-Jahre Ohrwurm-Knaller, wie das erste. Ich glaube tatsächlich, Finnland hat mit „Beast In Black“ eine neue Hitschmiede am Start. „Unlimited Sin“, No Surrender“ und v.a. „Heart Of Steel“, sind weitere Power-Metal-Raketen, die garantiert jedes Konzert anheizen können. „This Is War“ ist ein etwas getragener Song und kommt ein wenig epischer daher, wobei ich bei gut dreieinhalb Minuten Spielzeit, nicht episch lang meine, sondern es ist in erster Linie, episch gut. „True Believer“ ist auch ein schöner 80er-Disco-Metal-Kracher, mit viel Synthis. So was wenn man damals gehabt hätte, da wäre einem als DJ, wohl das Publikum durch die Decke gegangen, vor Begeisterung. Natürlich darf auf einem so monumentalen Werk, auch eine schöne Ballade nicht fehlen. Vom Stil her, hätte sie vielleicht auch auf eines der frühen Nightwish-Alben gepasst, vom Feeling und vom Ausdruck her, muss ich sagen, dass Yannis diesen Song zu einem echten Beast In Black-Highlight macht. Ich hab nicht so oft Gänsehaut, wenn ich Balladen höre, „Oceandeep“ schafft das aber mühelos. WOW! Wer sich für die Limited Edition des Albums entscheidet, bekommt noch zwei weitere Leckerbissen. Zum einen, das Motörhead-Cover „Killed By Death“. Ich weiß zwar nicht, wie eingefleischte Lemmy-Fans darüber denken, ich finde die Version auf jeden Fall ziemlich stark. Zum anderen, haben Anton Kabanen und seine Jungs, einen echten Klassiker neu vertont. Jeder kennt ihn aus dem Rocky-Soundtrack, ja genau, es ist Robert Tepper‘s Jahrhundert-Werk „No Easy Way Out“. Dieses Lied zu Covern, erscheint mir für die musikalischen Ambitionen von Beast In Black, absolut logisch und es hätte kaum ein besseres Stück für diesen Zweck geben können. Denn „No Easy Way Out“ beinhaltet alles, was der Musik von Beast In Black zu Grunde liegt, außer dem Heavy Metal und genau den, haben die Finnen hier mit reingepackt und mit der unfassbar geilen Stimme von Yannis Papadopoulos, bekommt selbst so ein unglaublicher Mega-Hit, nochmal ein Upgrade oder besser gesagt, das i-Tüpfelchen, für die Perfektion. Danke für dieses Cover. Es ist in Worten kaum zu beschreiben, wie geil das ist!!

Was kann ich euch noch als Fazit mitgeben? Nun, eigentlich hätte ich mir die ganze Schreiberei sparen können, denn man kann dieses Album auch mit nur einem einzigen Wort beschreiben: BOMBASTISCH!

Ich will natürlich nicht zu weit vorgreifen aber „From Hell With Love“, legt die Latte für alle weiteren Veröffentlichungen in diesem Jahr schon gewaltig hoch. Nun freue ich mich aber erst mal auf die Tour im März. See You There!!

 

Band

Yannis Papadopoulos (Gesang)
Anton Kabanen (Gitarre; Gesang; Synths; Programming)
Kasperi Heikkinen (Gitarre)
Mate Molnar (Bass)
Atte Palokangas (Schlagzeug)

 

Titel

  1. Cry Out For A Hero
  2. From Hell With Love
  3. Sweet True Lies
  4. Repentless
  5. Die By The Blade
  6. Oceandeep
  7. Unlimited Sin
  8. True Believer
  9. This Is War
  10. Heart Of Steel
  11. No Surrender
  12. Killed By Death (Bonus)
  13. No Easy Way Out (Bonus)
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