Nur wenige Wochen nach Erscheinen des neuen Battle Beast – Meisterwerks „Bringer Of Pain“, machten sich die 6 Finnen auch schon auf den Weg, ihre neuen Stücke live auf die Probe zu stellen.

Battle Beast München 2017

Wegen der immens großen Ticket-Nachfrage, wurde das Konzert von der mittleren, in die große Halle des Münchner Backstages verlegt. Somit kamen dann gut 800 Fans in den Genuss einer denkwürdigen Show, am Abend dieses wunderbar lauen und sonnigen Frühlingstags.

Von der ersten Sekunde an startete man mit perfekt abgemischtem Sound und bestens gelauntem Publikum. Den Anfang machten die japanischen Melodic-Deather von Gyze, die über eine durchaus beachtliche Fan-Schar verfügten und einen sehr ansprechenden Auftakt hinlegten. Als zweiter Support heizte die deutsche Power-Metal-Institution Majesty, um Ausnahme-Sänger Tarek Maghary, ein. Die auch nach 20 Jahren kein Bisschen Energie eingebüßt haben und eine gewohnt großartige Vorstellung ablieferten. Die begeisterten Zuschauer dankten es mit bester Stimmung.

100 Minuten Power, großartige Emotionen, Mega-Performance und fast schon extatische Stimmung, sind nur einige Attribute, mit denen man den dann folgenden Auftritt von Battle Beast umschreiben kann. Bereits mit dem Opener „Straight To The Heart“ haben die Suomis um Stimmwunder Noora Louhimo den Weg aufgezeigt, der an diesem Abend gegangen werden sollte. Ohne Kompromisse, volle Kraft voraus. Schon nach den ersten gespielten Titeln, wurden nach jedem Song Battle Beast-Rufe skandiert. Die Band wurde vom Publikum quasi auf Händen zu Höchstleistungen getragen. Der eingangs schon erwähnte Hammer-Sound, trug dazu natürlich seinen Teil bei. Selten hab ich bei einer Show einen so fett und sauber abgemischten Ton erlebt. Glückwunsch an die Technik. Immer wieder hat die Begeisterung der Fans die Musiker aus der Fassung gebracht und in diesem Fall würde ich den Aussagen der Band tatsächlich glauben, dass dieses Münchner Publikum das Beste war, das sie je in Deutschland hatten. Die Spielfreude wurde von Stück zu Stück größer und die Brüder Björkroth, Juuso Soinio und Eero Sipilä, spielten sich förmlich die Finger wund. Schlagzeuger Pyry Vikki dürfte nach der Show wohl auch ein Kandidat fürs Sauerstoffzelt gewesen sein. So wie er sein Drum-Kit bearbeitet hat, wurden fast schon Erinnerungen an die frühen Jahre von Lars Ulrich (Metallica) wach. Frontröhre Noora Louhimo hat wohl an diesem Abend auch den Gig ihres Lebens gesungen. Eine überwältigende Bühnen-Präsenz, ein fantastisches Entertainment und diese Stimme…, einfach nur Wahnsinn! Die blonde Stil-Ikone ist eine beeindruckende Erscheinung, die sich auch optisch immer wieder neu erfindet. Heute u.a. auch mal im Hexengewand mit dazu passendem Mikroständer. Sehr cool! Bei der Album-Review hab ich ja schon die, nochmal deutlich umfangreicher gewordene, stimmliche Variabilität gelobt, live hat das nun ein Ausmaß angenommen, dass es dafür kaum Worte gibt. Für mich hat Noora mit riesigem Abstand, das gewaltigste weibliche Organ, in der gesamten Metal-Szene. Außen vor sind da nur die klassisch ausgebildeten Stimmen, das kann man freilich nicht vergleichen. Auf alle Fälle hat Doro Pesch als Metal-Queen, definitiv eine Thronfolgerin gefunden.

Die Setlist war natürlich stark geprägt vom aktuellen „Bringer Of Pain“-Album. Insgesamt wurden davon 9 Stücke vorgetragen. Dazu ein Best-Of des bisherigen Schaffens. Alles in allem eine überragende Songauswahl. Die neuen Stücke, wie z.B. der oben schon erwähnte Opener aber auch „Familiar Hell“, „Lost In Wars“, „We Will Fight“ oder auch „Bastard Son Of Odin“, fügen sich perfekt ein, zwischen die älteren Werke wie „Black Ninja“, „Into The Heart Of Danger“ oder „Out Of Control“. Natürlich durfte auch der Disco-Metal-Hit „Touch In The Night“ nicht fehlen, der die Stimmung richtig hochkochen lies. Ebenso wenig fehlen durfte die großartige Ballade „Far From Heaven“ vom  aktuellen Silberling. Da gab es sogar einen gewaltigen Anflug von Gänsehaut zu überstehen. Absolut überwältigend gesungen! Den Abschluss machten dann, frei nach dem Motto „save the best for last“, die Stücke „King For A Day“ und der Übersong „Beyond The Burning Skies“, mit finalem Konfetti-Regen. Nach Minuten langem Schlussapplaus hat es sich Noora nicht nehmen lassen, noch durch den kompletten Fotograben zu gehen und sich bei allen Fans an der vordersten Front persönlich zu bedanken und sich per Handschlag zu verabschieden. Damit ging dann einer der großartigsten Konzertabende zu Ende, den ich je erlebt habe. Es gibt so Tage, da passt einfach alles. Vielen Dank!

Support: Gyze, Majesty

Battle Beast München 2017

Battle Beast München 2017

Battle Beast München 2017

Battle Beast München 2017

Battle Beast München 2017

Band

Noora Louhimo (Gesang)
Joona Björkroth (Gitarre)
Juuso Soinio (Gitarre)
Eero Sipilä (Bass)
Janne Björkroth (Keyboard)
Pyry Vikki (Schlagzeug)

 

Setlist

  1. Straight To The Heart
  2. Bringer Of Pain
  3. Familiar Hell
  4. Into The Heart Of Danger
  5. We Will Fight
  6. Let It Roar
  7. Black Ninja
  8. Far From Heaven
  9. Lost In Wars
  10. Iron Hand
  11. Touch In The Night
  12. Bastard Son Of Odin
  13. Enter The Metal World
  14. Out Of Control
  15. King For A Day
  16. Beyond The Burning Skies
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